29.03.2018

Führungsinstrument Kommunikation - Teil 3: Unterschiedliche Typen überzeugen

Wenn Interim Manager gerufen werden, begegnen sie nicht selten Vorbehalten. Sowohl die unternehmenseigenen Manager-Kollegen als auch die involvierten Mitarbeiter haben jeweils ihre eigenen Erwartungen, Vorurteile oder auch Befürchtungen. Umso wichtiger ist es für interimistische Führungskräfte neben ihrer fachlichen Performanz auch ihre kommunikativen Fähigkeiten beständig weiterzuentwickeln. Denn gerade in Krisen- und Veränderungssituationen können überzeugende Reden und Präsentationen jenes Quantum an Vertrauen und Motivation schaffen, ohne das viele Lösungen kaum zu erringen sind. Aus diesem Grund bringen wir in loser Folge einige praktische Tipps des Führungskräfte-Trainers René Borbonus.

 

Führung wäre einfach, wenn alle Mitarbeiter gleich wären. Doch Menschen sind verschieden. Darauf muss Führungskommunikation Rücksicht nehmen. Das sogenannte „Riemann-Thomann-Modell“ gibt Auskunft darüber, was unterschiedliche Typen brauchen, um sich wohlzufühlen. Es unterscheidet vier „Grundpersönlichkeiten“, denen sich auch konkrete Bedürfnisse in der Kommunikation zuordnen lassen.

Der Nähe-Typ

Menschen, denen Nähe wichtig ist, brauchen einen persönlichen Bezug zum Thema. Deshalb sind sie am besten mit persönlichen Erfahrungen zu überzeugen – von Menschen, die sie als glaubwürdig und authentisch erleben. 

Der Distanz-Typ

Distanz-Menschen lieben Zahlen, Daten und Fakten. Als überzeugend nehmen sie Studien, Statistiken und Diagramme wahr. Glaubwürdigkeit machen sie vor allem an einer faktenbezogenen Argumentationsweise fest. Persönlichen Argumenten schenken sie wenig Vertrauen.  

Der Dauer-Typ

Diesem Typ sind Traditionen, Normen und verlässliche Werte sehr wichtig. Die Aussagen von fachlich ausgewiesenen und angesehenen Kennern der Materie – also Experten und Autoritäten – sind für ihn die überzeugendsten Argumente. Dauer-Menschen warten lieber ab und prüfen neue Ideen eingehend.

Der Wandel-Typ

Der Wandel-Typ ist Veränderung gegenüber aufgeschlossen. Während „neu“ für den Dauer-Typ ein Reizwort ist, ist es für den Wandel-Typ ein gutes Argument. Er lässt sich von Trends und innovativen Ideen begeistern und ist deshalb leichter von geplanten Change-Maßnahmen zu überzeugen. 

Grundsätzlich trägt jeder von uns alle vier „Grundstrebungen“ in sich – nur eben in unterschiedlicher Ausprägung. In der Realität kommen diese Typen also immer als Mischformen mit Tendenzen vor. Überzeugende Führungskräfte nehmen darauf Rücksicht. Sie mischen ihre Argumente und sind sensibel dafür, was beim anderen ankommt und was nicht. Die Grundlage hierfür ist natürlich eine respektvolle Haltung und die Bereitschaft, zuzuhören.


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