31.07.2017

taskforce Partner Uwe Sunkel im Interview mit meta HR

Die Unternehmensberatung meta HR, die auf Entwicklung und Umsetzung zeitgemäßer Konzepte für Personalgewinnung und Personalentwicklung spezialisiert ist, führte ein Interview mit taskforce Partner Uwe Sunkel zum Thema Interim Management bei HR-Funktionen. Uwe Sunkel gilt als einer der Experten in Deutschland, wenn es darum geht, hochkompetente Spezialisten oder Manager auf Zeit für Unternehmen zu finden. Als ehemaliger Interim Manager kennt er nicht nur die Dienstleisterperspektive, sondern auch die Sichtweise des temporär tätigen Interim Managers. Darüber hinaus ist er einer der Treiber der Matching-Plattform expertence.com, die Unternehmen und Experten auf Interim-Basis zusammenbringt. Hier ein Auszug aus dem Gespräch, das Christoph Athanas mit Uwe Sunkel geführt hat:

Christoph Athanas, meta HR: Wie verbreitet ist Deiner Einschätzung nach die temporäre Zusammenarbeit – aka Interim Management – in Deutschland bei Personalfunktionen?

Uwe Sunkel, expertence.com: In unserer Branche werden regelmäßig Umfragen durchgeführt, um genau solche Fragen zu beantworten. Starke Cluster gibt es in der Geschäftsführung und im Projektmanagement. Das sind die klassischen Einsatzbereiche für Interim Manager und darauf entfallen ca. 30% aller Mandate. Im HR-Bereich sind es aber bereits starke 15% aller Mandate. Damit sind wir ungefähr gleich auf mit den Einsätzen in der Produktion. Dieser hohe Bekanntheitsgrad liegt daran, dass unsere Gesprächspartner fast immer in den Personalabteilungen sitzen – auch dann, wenn z. B. für den Bereich Controlling oder Supply Chain Management gesucht wird. D. h. das personalwirtschaftliche Instrument Interim Management ist dort gut bekannt und wird dann bei einem eigenen Bedarf natürlich auch angefragt.

Christoph, meta HR: Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl und dem Einsatz von Interim Personaler/innen achten?

Uwe: Auf die Qualität bei der Auswahl. Das ist der wichtigste Rat, den ich geben kann. Die Auswahl eines Interim Managers hat im Vergleich zum herkömmlichen Recruiting doch einige Besonderheiten. Z. B. haben es die Unternehmen nicht mit einem Bewerber zu tun, sondern mit einem Dienstleister, der sich selbst verkaufen möchte. Da muss man schon sehr genau hinsehen und andere Gesprächsmethoden verwenden, als im Bewerberinterview. Ich habe das in meinem Buch anhand der sogenannten Prinzipal-Agent-Theorie ausführlich beschrieben (Vgl. Praxishandbuch Interim Management, Haufe 2014). Gut beraten sind Unternehmen daher, wenn Sie entweder einen Provider beauftragen oder eben auf unseren qualitätsgesicherten Online-Pool zurückgreifen. Dort finden Sie dann bereits handverlesene Kandidaten.

Christoph, meta HR: Wie schätzt Du insgesamt die Entwicklung der sogenannten Gig-Economy ein. Was haben Arbeitnehmer, Freie und Arbeitgeber zu erwarten?

Uwe: Lass mich mal kurz in die Kristallkugel schauen … (lacht). Aber mal im Ernst: das ist eine schwierige Frage. Jeder, der sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, sieht darin eine Riesen-Chance. Sowohl für die Unternehmen, die im Sinne der „atmenden Organisation“ sehr flexibel auf außergewöhnlichen Bedarf reagieren können. Aber auch für die Freiberufler/Selbständigen ist das Gig-Working ein ernstzunehmendes Arbeitsmodell. Das Konzept Festanstellung – von der Stammhauslehre bis zur Rente – ist überholt. Damit lockst Du heute keine Talente mehr an. Die Interim Manager, mit denen wir arbeiten, haben sich ausnahmslos freiwillig und bewusst für dieses Modell entschieden. Die sind hochmotiviert und sehr bereit, sich temporären Aufgaben zu stellen. Du kannst dazu auch gerne mal meinen Beitrag „Das überholte Konzept der Festanstellung“ lesen. Das ist natürlich eine bewusste und gewollte Übertreibung – aber die Botschaft wird klar.
Ich würde mir abschließend wünschen, dass sich das Modell noch weiter etabliert und dass uns insbesondere von der Politik keine weiteren Steine mehr in den Weg gelegt werden. Und den Unternehmen kann ich nur anbieten: Rufen Sie mich an und lassen Sie uns über Ihren Bedarf reden. Wir finden mit Sicherheit eine Lösung für die konkrete Situation.

Christoph, meta HR: Danke für das Gespräch, Uwe. Und viel Erfolg mit Eurer Interim-Matching-Plattform!

Das Interview in voller Länge vom 11. April lesen Sie hier.


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