03.01.2023
RESTRUKTURIERUNG UND SANIERUNG

Von unserem Geschäftsleitungsmitglied, Heinz Weber

 

Wie schwer die deutsche Wirtschaft von den vielfältigen aktuellen Krisen betroffen ist, scheint bisher noch nicht absehbar. Vieles hängt in den Unternehmen vom Ressourcen- und Energiebedarf ihrer Produktionsprozesse, der Stabilität ihrer Wertschöpfungsketten und der Kapitalintensität Ihres Geschäftsmodells ab. Die Zahl der Insolvenzen hat nach jüngsten Daten bislang kaum zugenommen. Und nach Einschätzung der OECD wird die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr um etwa 0,3 Prozent schrumpfen. Das scheint auf das Ganze betrachtet, verkraftbar zu sein. 

Ganz unabhängig vom Grad der eigenen Betroffenheit spüren die meisten Unternehmensentscheider jedoch, dass sich die Zeiten ändern. Die letzte Dekade war gekennzeichnet durch preiswerte Energie, stabile Lieferwege, geringe bis marginale Finanzierungskosten – und einem robusten Arbeitsmarkt. Deutschlands Volkswirtschaft prosperierte über viele Jahre. Diese günstigen Rahmenbedingungen haben sich signifikant verschlechtert – und das womöglich auf Dauer.  

Die ersten, die auf eine heraufziehende Krise reagieren und den Druck erhöhen, sind die Finanziers der Unternehmen. Bereits heute ist sichtbar, dass die Finanzinstitute und Gesellschafter deutlich kritischer auf aktuelle Forecast-Zahlen und Planungen für 2023 blicken und Prognosen stärker hinterfragen. Die Gründe sind klar: Neben der Profitabilität sind die Eigenkapitalquote und die Zinsdeckung wichtige Indikatoren für Unternehmenskrisen. Die Eigenkapitalquote sinkt in den meisten Ländern analog zur Ertragsentwicklung. 

Für Unternehmen ergibt sich daraus unmittelbar ein hoher und wachsender Restrukturierungsbedarf. Sofortiges Handeln ist notwendig. Das bedeutet vor allem ein erhöhtes Augenmerk auf den gesamten Finanzbereich, vor allem im Controlling und bei der Liquiditätsüberprüfung. 

Zugleich sollten die Firmen die Belastbarkeit ihrer Wertschöpfungsketten harten Stresstests unterziehen und sich präventiv auf weitere Verschärfungen oder neue Krisenphänomene einstellen. Strategische Entscheidungen sollten nochmals hinterfragt und ggf. neu justiert werden.  

Aber wer macht den Job? Wer hat den klaren Blick auf die kritischen Schwachstellen und setzt die Maßnahmen zur Fehlerbehebung und Korrektur konsequent um? 

Das hauseigene Management ist in der Regel gut ausgelastet und zudem oft unweigerlich betriebsblind für eigene strukturelle und prozessuale Defizite. Restrukturierung und Sanierung sind in der Regel auch keine Jobs für Unternehmensberater. Denn hier braucht es keine abstrakten Analysen und Strategiepapiere, sondern praxiserprobtes Management-Do-how. Und das ist die klassische Domäne des professionellen Interim Managements. Ohne Seniorität und spürbare Krisenerfahrung lässt sich kaum jene Überzeugungskraft gewinnen, die es braucht, um alle Stakeholder auch in unangenehmen Situationen bei der Stange zu halten. Nur wer mit Aufsichtsräten, Eigentümern, Investoren und Banken ebenso souverän auf Augenhöhe reden kann, wie mit Mitarbeitern, Personalvertretern und Lieferanten, kann diese herausfordernde Aufgabe erfolgreich bewältigen.  

Profilierte INTERIM EXECUTIVES der taskforce bringen diese Skills mit. Sie kennen die Herangehensweise und die Instrumente, entsprechende Daten aufzubereiten, Parameter richtig zu interpretieren, und hieraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Vor allem wissen sie um die entsprechenden Maßnahmen und Stellschrauben, die es braucht, um in Notsituationen das Steuer herumzureißen oder rechtzeitig gegenzusteuern. Hierzu gehört insbesondere das konsequente Management anhand messbarer und transparenter Kennzahlen. Neben viel Erfahrung, Kommunikationsstärke und guter Menschenkenntnis bedarf es starker Nerven, um sich im Krisenmodus zu behaupten, also dann, wenn sich das Unternehmen in seiner Existenz bedroht sieht und bei manchen Beteiligten bereits die Nerven blank liegen. Hier gilt es, gemeinsam mit dem Management Vertrauen zurückzugewinnen, anzupacken und voranzugehen - und nicht nur Vorschläge zu unterbreiten.  

Sind die dringendsten Entscheidungen getroffen und die ersten notwendigen Anpassungen umgesetzt, unterstützen taskforce Manager das Unternehmen dabei, Strukturen und Prozesse nachhaltig zu stabilisieren und wieder gewonnene Spielräume für neue Wachstumschancen zu nutzen. Bei jedem professionell durchgeführten Mandat hinterlässt ein INTERIM EXECUTIVES auf diese Weise Spuren, die noch lange über sein Mandat hinaus wirken. 

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